FADING (Sofia De Nisco)

Im Rahmen dieses Projektes werde ich mich mit der Wirkung verschiedener Flächen, den entstanden Überlagerungen und dem Thema Transparenz auseinandersetzten. Ausserdem wird die Arbeitsweise eine sehr zentrale Rolle spielen, da das Produkt fortlaufend entstehen sollte. Ziel ist es, währen des Arbeitsprozesses Portraits entstehen zu lassen, die eine sinnliche, luftige aber dennoch greifbare Gestalt aufweisen. Um dies zu erreichen, muss zuerst das Verhalten der verschiedenen Materialien (Folien und Papiere) und Farben analysiert werden. Es geht hierbei weniger um eine inhaltliche und vielmehr um eine formale Auseinandersetzung mit den bereits erwähnten Themen.

Der erste Versuch hat gezeigt, dass der Rahmen meiner Arbeit noch etwas spezifiziert werden muss. Es gibt Entscheidungen wie z.B. die Farbe der hellsten Stellen, die Formen und die Grösse der einzelnen Folien… die noch definiert und ausgetestet werden müssen.

31.03.2020

Das Arbeiten am Fenster hat es mir erleichtert, die Vorlage umzusetzen und einzelne Folien-stücke genau zu definieren. Trotzdem bin ich ab der zweiten Helligkeitsstufe bereits auf Schwierigkeiten gestossen, da ich einzelne Details auf der Vorlage nicht mehr erkennen konnte. Ziel für die nächsten Versionen ist es, auszuprobieren, ob das Endprodukt in einzelnen Schichten hergestellt und dann übereinander geklebt werden muss. 

Heute konnte ich feststellen, dass die blauen Folien weniger geeignet sind, da sie zu wenig Kontrast bilden. Sie sind zu hell und durch die Reflexion des Lichts wird die Wirkung zusätzlich gedämpft. Bei beiden Varianten habe ich mit eher grösseren Flächen gearbeitet und somit eine realistischere Wirkung erzielt. Es bleiben weiterhin die Fragen, welche Gesamtform die Portraits haben sollen und wie fest mit realen Formen gearbeitet werden soll. 

21.04.2020

28.04.2020

Heute ging es mir vor allem darum, neue Folien auszuprobieren, mit mehreren Farben zu experimentieren und die Portraits mit Linien zu ergänzen. Der erste Versuch wirkt noch sehr Flach, da er aus wenigen und grossen Flächen besteht. Das Ziel hierbei war, herauszufinden, wie viele Flächen und verschiedene Formen ich für diese Arbeit brauche, um sie lebendig und spannend zu gestalten. 

Beim Experimentieren mit den neuen Folien, bin ich auf eine neue Technik gestossen, die mir die Möglichkeit bietet, schrittweise zu arbeiten und zu analysieren, Freiformen zu kreieren, ohne dass diese einen Störfaktor bilden und Abschlüsse zu konzipieren die dem Porträt eine vergängliche, luftige und mystische Wirkung verleihen. Durch das übereinander falten von mehreren Streifen entsteht ein Porträt, das sowohl greifbar als auch offen ist.

Nach den letzten Versuchen mit dieser Technik musste ich mir die Frage stellen, wie ich diese Art von Arbeit präsentieren könnte und wie mein Endprodukt jetzt konkret aussehen soll. Offene fragen sind zum Beispiel die Klebeart, die Präsentation ( auf Glas, am Fenster…) und ob es auch eine digitale Variante geben soll. 

05.05 und 12.05.2020

In den letzten zwei Wochen ging es hauptsächlich darum, meine Vorgehensweise zu verbessern und zu evaluieren welche Fotografien als Vorlage geeignet sind. Konkret bedeutet dies, dass ich versucht habe mit anderen Mitteln und Techniken zu kleben und mehrmals die selbe Vorlage zu benutzten, um zu sehen, wie sich das Endprodukt verändert. Nun geht es darum, weitere Varianten zu erstellen und wenn möglich zu bestimmen, welche Art von Streifenmanipulation die spannendste und  geeignetste ist. 

19.05.2020

Nach einer intensiveren Auseinandersetzung mit einzelnen Streifen und deren Wirkung, kam der Vorschlag, dass ich die Kombination von Streifen und Flächen ausprobieren sollte. Da ich bereits mit beiden Techniken gearbeitet habe, war ich grundsätzlich zuversichtlich, dass es gut funktionieren würde. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass ich die Problematik der Gesamtform (siehe 31.03) und die luftige Wirkung der flächigen Varianten noch nicht ganz gelöst hatte. Nach dem ersten Versuch wurde mir ausserdem klar, dass die Kombination nicht funktionieren wird, wenn ich die beiden Systeme unabhängig von einander anwenden und sie dann in einem letzten Schritt zusammen führen würde.

26.05.2020

Um dieses Projekt abzuschliessen und in eine präsentierbaren Form zu bringen, musste ich mich heute nochmals mit dem Zusammenspiel von Linien und Flächen auseinandersetzten. Wie auf den Bildern zu sehen ist, habe ich dazu drei verschiedene Herangehensweisen getestet. Die erste besteht aus einer flächigen Form, die das ganze Porträt beschreibt und Linien, die sich auf dieser Fläche befinden und einzelne Details andeuten sollen. Die zweite Variante ist eine flächigere und weniger detailreiche Ausführung. Es ging mir hauptsächlich darum, bereits mit den Flächen eine gewisse Tiefe zu erreichen. Das spannende bei dieser Arbeit ist ausserdem, dass die einzelnen Schichten auch isoliert erkennbar und ästhetisch sind. Die letzte Kombination von Flächen und Streifen lehnt sich an die zweite an, versucht jedoch eine Grenze zwischen der linearen und der flächigen Methode zu ziehen.

Die grösste Herausforderung war das Vereinbaren von zwei verschiedenen Techniken und ihren Tücken. Bei den Versuchen Eins und Zwei ist gut erkennbar, dass die Technik mit den Streifen eine wichtige und spannende Wirkung haben kann, von den Flächen aber noch nicht  so komplementiert wird, dass es eine ansprechende Gesamtkomposition ergibt. Ausserdem habe ich bei diesen Beispielen die Menschlichkeit verfehlt. Im Nachhinein würde ich sagen, dass die Augen eine sehr tragende Rolle spielen und ich dort wahrscheinlich noch ein paar weitere Studien hätte machen sollen. Generell würde ich sagen, dass der Abschluss dieser Arbeit eigentlich erst den Anfang dieses Prozesses darstellt. Wie jede andere Technik muss auch diese geübt werden und erst später kann eine Handschrift entwickelt werden.

Obwohl der Prozess den grösseren und wichtigeren Teil dieser Arbeit darstellt, wollte ich eine Art Endprodukt dieser Phase präsentieren. Dafür habe ich einen Holzrahmen mit Plexiglas bestellt, um meine Arbeiten in einem anderen Licht zu sehen. Dabei habe ich festgestellt, dass die Arbeiten an Lebendigkeit verlieren, wenn sie an einer Wand aufgehängt werden, da zu wenig Licht von hinten durchscheinen kann. Im Raum kann ich mir diese Art von Präsentation jedoch sehr gut vorstellen.

Fazit

Wie ich bereits erwähnt habe, sehe ich diesen Abschluss eher als den ersten Teil dieses Prozesses. Die Entwicklung eines Konzeptes und das Erstellen der ersten Entwürfe ist abgeschlossen, doch es gäbe noch viele Möglichkeiten diese Arbeit weiterzuführen und sowohl die Portraits als auch das Material besser zu verstehen. Dennoch glaube ich, dass ich durch das viele Experimentieren und stetige Betrachten und Auswerten der Arbeit, einige spannende Ansätze entdeckt habe und eine spannende Entwicklung machen und festhalten konnte. Das prozessorientierte Arbeiten hat mir dabei geholfen, offen zu bleiben und teilweise sehr intuitiv vorzugehen. Das wöchentliche dokumentieren auf diesem Blog hat mir ausserdem geholfen, meine Entwürfe nochmals zu analysieren und den Fokus meiner Arbeit auf dem Prozess und weniger dem Endprodukt zu halten.