LE BIZARRE (Lena Barbazza)

Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt hauptsächlich in der Komposition und Kombination verschiedener Elemente. Inhaltlich werde ich diverse Formen (erstellt auf dem Computer und gezeichnet mit Tusche) zusammen mit Figuren (gezeichnet mit Tusche) und Text (erstellt auf dem Computer und gezeichnet mit Tusche) kombinieren. 

Der Titel meiner Arbeit lautet “LE BIZARRE”. Der Grund dazu ist, dass die Motive und die Texte, die ich verwende, etwas sehr bizarres an sich haben.

Eigentlich wäre dieses Projekt ausgelegt gewesen auf Siebdruck. Aufgrund von Covid-19 wurden wir jedoch gezwungen unsere Projekte auf das Homeoffice anzupassen. Deshalb werde ich nun hauptsächlich mit Photoshop arbeiten.

Meine Interesse für diese Arbeit, kommt einerseits von den Figuren und Texten, die ich oft bei mir zuhause mit Tusche zeichne und schreibe. Andererseits, will ich im Allgemeinen vertrauter werden mit der Zusammensetzung und Anordnung unterschiedlicher Elemente. Ich will ein besseres Gespür dafür kriegen, wie viel Raum einzelne Aspekte benötigen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Deswegen lege ich meinen Fokus auf die Komposition. 

Meine Recherche besteht grundsätzlich aus meiner Materialsuche. Durch das Erarbeiten von vielen verschiedenen Motiven ermögliche ich mir eine breite und gut durchdachte Grundlage für die späteren Kompositionen.

Anfangs wollte ich auch digitale Formen auf Photoshop erstellen. Diese sollten einen Kontrast zu den organischen Zeichnungen bieten. Als ich mich ein bisschen mit Photoshop vertraut machte, habe ich gemerkt, dass Formen erstellen sehr leicht ist. Darum habe ich mich entschieden, in einem späteren Schritt vorzu passende Formen zu generieren, anstatt einfach eine gewisse Sammlung zu erarbeiten.

Nachdem ich einen Scanner auftreiben konnte, habe ich meine analogen Motive digitalisiert. Anschliessend kam ich zu diversen Problemen. Ich habe mir das freistellen der Motive auf Photoshop einfacher vorgestellt. Zuerst musste ich das ganze Material erneut scannen, da die Scans zu schlecht waren. Danach habe ich länger gebraucht als geplant um die einzelnen Motive freizustellen. Dies hat meinen Arbeitsverlauf ein wenig verzögert.

Dann gab es in den letzten Tagen ein weiteres Problem, dass aufgetaucht ist. Ich bin umgezogen, und während des Umzugs sind meine Tintenfüller-Aufsätze abhanden gekommen. Nun kann ich bis auf Weiteres keine neuen analogen Motive generieren.

Somit begann ich meine ersten paar Versuche mit den Kompositionen.

Als nächsten Schritt werde ich mich weiter vertiefen in die Kompositionen mit den analogen Motiven. Ich hoffe, bis dahin kann ich mir neue Tintenfüller-Aufsätze besorgen, ansonsten werde ich ausschliesslich mit dem weiterarbeiten, was ich bis jetzt eingescannt habe.

Heute konnte ich mich besser mit den Kompositionen und Photoshop vertraut machen. Der Umgang mit Photoshop, sowie teils auch das Erstellen der Kompositionen, ist komplizierter als ich erwartet habe. Aufgrund dessen überlege ich mir, mein Konzept ein wenig umzuändern. Ich bin am Überdenken, ob ich geometrische Formen (erstellt auf Photoshop) überhaupt einbauen will in meine Kompositionen. Ich habe bemerkt, dass allein die analogen Formen eine grosse Bandbreite an Möglichkeiten bieten, mich mit den Kombinationen auseinanderzusetzen. Da mein Fokus auf der Komposition liegt, will ich mich in Einzelheiten vertiefen können. Durch das Ergänzen von weiteren Motiven, würde meine Aufmerksamkeit von meinem Schwerpunkt abkommen.

Desweiteren habe ich mir Gedanken zu der endgültigen Auswahl gemacht. Soll die Auswahl am Schluss rein auf ästhetischen Faktoren basieren oder soll ich noch andere Aspekte berücksichtigen? Sollen die Texte mehrmals oder jeweils nur einmal auftauchen in der finalen Serie?

Ausserdem bin ich am Überdenken, die Kompositionen einzufärben. In welchem Ausmass soll ich Farbe miteinbeziehen, wenn überhaupt?

Bis jetzt habe ich bei den Kompositionen keine spezifische Herangehensweise. Ich arbeite eher aus Instinkt und probiere aus. Jedoch bemerke ich, dass die Arbeit mit Photoshop mich ein wenig überfordert, durch den Überfluss an Möglichkeiten. Im Moment fällt mir auf, dass eher Photoshop meine Arbeit definiert und nicht ich selbst. Aus dem selben Grund, brauche ich auch viel mehr Zeit als gedacht, für die einzelnen Kompositionen.

Soll ich mich aufgrund dessen manuell mehr einschränken? Ich neige nun dazu, sicherlich keine neuen analogen Motive mehr zu generieren. Obwohl ich mir jetzt, da die Papeterien wieder geöffnet sind, neue Füller-Aufsätze besorgen kann, würden zusätzlich Motive mich zurzeit nur noch mehr überfordern.

Ich habe jetzt alle bisherigen Versuche ausgedruckt und auf mein Format (19×25 cm) zugeschnitten. Ich habe die Kompositionen verglichen und nach verschiedenen Kriterien sortiert, um einen besseren Überblick zu kriegen.

Danach habe ich begonnen in die Ausdrucke hineinzuzeichnen. Da ich bis jetzt fast ausschliesslich linear gearbeitet habe, will ich mich nun mehr flächig orientieren im Ausblick auf das Einfärben. Um besser auf die Flächen eingehen zu können, habe ich anschliessend auf Photoshop probiert, die einzelnen Tusche-Zeichnungen auszubessern. Ich habe durch Helligkeit, Kontrast und Schwellenwert die Zeichnungen so schwarz wie möglich eingefärbt, in der Hoffnung, dass das Einfärben danach besser gelingt.

Ich habe erneut Probleme mit Photoshop. Ich habe mir vorgenommen, heute mit dem Einfärben der Kompositionen anzufangen. Jedoch habe ich Schwierigkeiten die richtige Methode zu finden, was meinen Prozess verlangsamt. 

Ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt Farbe in meine Kompositionen miteinbeziehen will. Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich es am Besten herausfinde durch ausprobieren. Heute habe ich angefangen die Kompositionen einzufärben. Ich habe mich entschieden, die Farben des CMYK-Farbmodells zu benutzen. Die Wirkung ist anders als ich erwartet habe.

Es sind diverse kleine Probleme bezüglich dem Einfärben einzelner Kompositionen aufgetaucht. Diese werde ich hoffentlich, so bald wie möglich eliminieren können.

Ich habe mir heute die farbigen Bilder von letztem Mal angeschaut. Meines Erachtens lenkt die Farbe vom Wesentlichen ab. Einzelne Teile stechen nun aufgrund des Einfärbens mehr hervor. Das Gleichgewicht der Schwarz-Weiss Kompositionen ändert sich vollkommen. Da das Freistellen nicht bei allen Motiven perfekt gelungen ist, ist es ausserdem nicht immer möglich, die gesamte Fläche ohne irgendwelche weisse Stellen einzufärben. Dies bedeutet, dass ich mich, für ein ästhetisch schönes gelingen der Einfärbungen, erneut intensiver mit dem Freistellen der Motive befassen müsste. Aufgrund dieser Voraussetzungen, habe ich mich dafür entschieden, das Einfärben komplett wegzulassen (sowohl farbig wie auch schwarz).

Heute habe ich die bisherigen Kompositionen ausgewertet. Ich habe beim analysieren der bisherigen Versuche festgestellt, dass viele der Kompositionen sehr vollgestopft sind. Die einzelnen Motive haben keinen Platz ihre Wirkung zu entfalten. Ich habe mich zu fest auf Photoshop konzentriert und dabei die Qualitäten der einzelnen Teile der Komposition vernachlässigt. Deswegen habe ich manche der alten Anordnungen überarbeitet und vereinfacht. Zudem habe ich neue Kompositionen erstellt. Der Fokus liegt nun vollständig auf der Konstellation und der Nutzung des Raums.

Ich habe jetzt 13 Kompositionen ausgewählt, welche mir gefallen und ich mir in meinem Endprodukt vorstellen kann. Jeder Text kommt dabei nur einmal vor.

Ich bin viele Etappen durchgegangen in dieser Arbeit. Ich habe einige Probleme gelöst, Konzepte umgearbeitet und neue Wege eingeschlagen. Schlussendlich bin ich aber meinem Anfangsziel gefolgt und beende dieses Projekt nun an einem Punkt, an dem ich zufrieden bin.

Ich finde es immer noch sehr schade, dass wir die Arbeit nicht analog in der Siebdruckwerkstatt umsetzen konnten. Ich denke jedoch, dass ich einen guten Weg gefunden habe, mein Projekt an die Situation anzupassen und auf eine Weise zu adaptieren, dass ich mein Ziel trotzdem erreichen konnte. Ich habe viel gelernt über die selbstständige Arbeit im Umgang mit einem Projekt und wie vielfältig ein Prozess den Arbeitsverlauf verändern und beeinflussen kann.