Freies Projekt (Simea Fürst)

Erarbeitung Konzept

Von Beginn an war Nachhaltigkeit und Mehrwert wichtige Themen des Projektes. Wichtig war, dass das volle Potential der Siebdrucktechnik ausgeschöpft wird und das Endprodukt eher ein Gebrauchsgut als Luxusgut wird. Es sollte kein unikates Einzelstück sondern eine serielle Produktion werden, die sowohl in der momentanen Sonderlage als auch nach der Corona Krise einen Nutzen haben.

Die Ressourcen unserer Welt sind beschränkt und wir alle sollten uns Gedanken machen zu wie sinnvoll unsere Arbeiten sind und wie schonend sie für unseren Planeten sind.

Ausschnitt des Projektkonzeptes Simea Fürst

Überlegungen und Brainstorming zu dem Sinn und Zweck der Arbeit

Produktidee Briefpapier

Gewöhnliches Papier zu bedrucken und “verschönern” erachtete ich als sinnvoll. Ich arbeite an etwas, das auch ohne meinen Beitrag nutzbar wäre. Briefe kann man auch auf unbearbeitetes Papier schreiben. Mein Teil ist es, das Medium zu bereichern mit ästhetischen Elementen, die der Zielgruppe Freude bereiten.

Moodboard Briefpapier

Motivsuche

Seit einigen Monaten müsste ich mich bei Bekannten in Italien melden und ich hatte schon lange vor den 8 und 11-jährigen Kindern einen Brief zu schreiben. Ebenso bei meinem Grosseltern sollte ich mich mal wieder melden. Meine zwei Hauptzielgruppen waren also Kinder und Senior*innen.

Ich fuhr auf der illustrativen Schiene und experimentiere mit linearen Motiven. Schnell verlor ich mich in kindlichen Motiven und vergass die Interessen meiner zweiten Zielgruppe, der Grosseltern.

Skizzen für Randelemente

Materialexperimente

Beginnend wollte ich mit einem selbst-gemachten Sieb das Papier bedrucken. Da ich das Sieb zu amateurinnenhaft beschichtet habe, musste ich diese Idee verwerfen und mit anderen Drucktechniken weiterarbeiten.

Schaumstoff, Gummi, Linol, Holz, Sieb

Aufgrund der neuen Drucktechniken musste ich mich von meinen linearen Motivideen trennen, da eine solch grosse, doch filigrane Umsetzung mit Schaumgummi / Gummistempeln nahezu unmöglich war.

Ich entschied mich, die linearen Gesichter mit flächigen Hintergründen zu kombinieren.

Während des Drucken fiel mir auf, wie ästhetisch die türkisfarbenen Punkte alleine schon sind, und wie gut sie zu Senior*innen passen würden. Ich verzichtete darauf, auf die Gesichter auf alle Exemplare zu drucken, sondern nur auf die, welche an die jüngere Zielgruppe geschickt werden.

Zusätzlich zum Briefpapier bedruckte ich noch einige Couvertes, um ein einheitliches Set zu bilden.

Fazit

Das Arbeiten während der Coronakrise fiel mir extrem schwer. Ohne Werkstatt, professionellem Equipment und einer anständigen Arbeitsatmosphäre kam ich nur sehr schwer vorwärts. Dazu kamen diese vielen Unglücke, die mir immer wieder neu einen Strich durch die Rechnung gemacht haben.
Schlussendlich überrascht mich aber das Endprodukt positiv. Ohne die obligatorischen Planänderungen, wäre ich nicht auf die Ideen gekommen, die nun zu dem Endprodukt geführt haben. Mir gefällt, wie minimalistisch, dennoch modern und stylisch das Endprodukt herkommt.